Die Geschichte der Menschheit ist davon geprägt, dass wir nach Entwicklung und Veränderung streben – uns immer um das Bessere, Schnellere und auch Günstigere bemühen. Es ist also keine Überraschung, dass diese Vorlieben auch in der Bauindustrie hochgehalten werden. Der aktuell stärkste Bewerber um die größte Effizienz im modernen Bau sind Fertigbauten. Weltweit zeigen sich die Vorteile dieser Bauart der neuen Generation immer stärker.

Von den Anfängen hin bis in die Zukunft: Die Entwicklung von Fertigbauten

Schon im 19. Jahrhundert sind Fertigbauten beliebt geworden. Dabei wurden Wohnungen und auch öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser nach diesem Schema konstruiert. Nach dem zweiten Weltkrieg gerieten die „Plattenbauten“ allerdings als qualitativ niedrige, vorübergehend errichtete Bauten in Verruf, da sie für öffentliche und militärische Einrichtungen zur Zeit des Wiederaufbaus genutzt wurden.

Vor allem auch im Hinblick auf Umweltschutz gewinnen Fertigbauten an neuer Beliebtheit. Befürworter haben die Möglichkeit erkannt, den CO2-Ausstoß im Bau zu reduzieren und effizienter zu bauen. Das spart Zeit und Geld!

Die neue Generation an Fertigbauten deckt eine große Bandbreite an Designs und Modulen ab: von ökonomischen bis hin zu Premium-Varianten. Die Vorfertigung eignet sich perfekt, um Gebäude mit bescheidenen Ansprüchen und wenig Platz zu bauen. Sie bietet aber auch die perfekte Grundlage für luxuriöse Bauten, große öffentliche Gebäude und Gewerbeimmobilien. Die vorgefertigten Teile können als Teil einer größeren Struktur verwendet werden oder ein gesamtes Projekt ausmachen.

Eines der ambitioniertesten Beispiele der jüngsten Entwicklung von Fertigbauten ist der 57-stöckige Wolkenkratzer „Mini Sky City“, den das Bauunternehmen Broad Sustainable Building (BSB) in Changsha, China, gebaut hatte. In nur 19 Tagen wurde dieser Wolkenkratzer errichtet - dies sind drei Etagen pro Tag. Im Hochhaus können 4 000 Menschen in 800 Wohnungen leben und es gibt ganze 19 Lichthöfe. Mini Sky City ist nicht nur für die Geschwindigkeit des Baus bekannt geworden – immerhin wurde das Gebäude schneller errichtet, als traditionelle Einfamilienhäuser – sondern auch für seine Größe. Auf dieser Basis können auch Wohnungsmarktkrisen, Probleme durch mangelnde Gewerbeflächen oder einfach der Wiederaufbau nach Umweltkatastrophen schneller angegangen und gelöst werden.

Einer der bekanntesten Hersteller von Fertigbau-Häusern in Deutschland ist HUF Haus aus Hartenfels. Dieses Unternehmen wurde vor mehr als einem Jahrhundert gegründet und ist immer noch ein familiengeführtes Unternehmen. Anfangs war HUF Haus noch eine kleine Tischlerei, die in den 1940ern schnell durch den Bau von Modulgebäuden wuchs. Zu den Projekten gehörten einige Kirchen im Rheinland sowie die berühmten Pavillons der Brüsseler Weltausstellung 1958. In den 70ern hat sich HUF Haus zum Hersteller von Fertigbauhäusern weiterentwickelt und ist heute bekannt für die Verwendung von modernen, umweltfreundlichen Materialien. Das Unternehmen ist gerade bei den Reichen und Berühmten ein beliebter Ansprechpartner, wenn es um edle Häuser in Deutschland und der Schweiz geht – der Erfolg und die Nachfrage sind so groß, dass HUF Haus vor kurzem sogar in die USA erweitert hat.

Losberger, 1919 in Heilbronn gegründet, ist ein auf gewerbliche Modulareinheiten spezialisierter Betrieb und konzentriert sich auf die Bereitstellung von maßgeschneiderten, markentreuen Einrichtungen, die das beliebte Vorurteil, alle Fertigbauten sähen gleich aus, auf den Kopf stellt.

Ein Beispiel dafür ist die jüngst erbaute Gewerbeeinheit bei Viechtach für die Eisenwerke Grüneissl. Die Halle ist 42 m lang, 22 m breit und 6 m hoch und ist aus modernsten Materialien mit hervorragender Wärmeisolation gebaut. Das gesamte Gebäude wurde schneller als geplant fertig und zuletzt auch rundherum mit einem 1,5 m-Dachüberstand ausgestattet, der ihm ein einzigartiges und attraktives Aussehen verleiht.

Eine Fertigbaukonstruktion kann eine kleine Komponente wie ein Dach oder ein Wandstück sein – oder auch ein ganzes Gebäude. Einige Unternehmen haben besonders großen Erfolg, indem sie einen Kompromiss zwischen diesen beiden Extremen bieten. CIMC Modular Building Systems baut modulare Einheiten für Hotelräume in einer Fabrik in China und versendet diese dann an die Baustellen. Die Kombination aus geringen Arbeits- und Materialkosten in China und der schnelle Aufbau vor Ort sparen 23-30 % der sonst üblichen Kosten.

Aktuelle Herausforderungen

Während die Möglichkeiten durch Fertigbaukonstruktionen wachsen, sind noch einige Hürden für eine weitreichende Anerkennung zu überwinden. Damit sich die Fabrikfertigung der Bauteile lohnt, müssen Teile in Massenproduktion hergestellt werden. Für größere Teile, wie zum Beispiel Räume und ganze Häuser, ist die Nachfrage aber noch zu klein.

Eine weitere Herausforderung für Fertigbauhäuser ist ihr einheitliches Erscheinungsbild. Große Bauten mit fünf oder mehr Stockwerken jedoch profitieren von den Ersparnissen der Fertigbauweise. Hier ist auch die Einheitlichkeit der Gebäude kein so großes Problem, weil die mehrstöckigen Gebäude in den meisten Fällen ähnlich aussehen sollen. 

Beim Bau von Häusern sind traditionelle Bauunternehmen meist auf langfristige Projekte angewiesen, da diese profitabler sind. Fertigbauten können dagegen in wesentlich kürzerer Zeit aufgebaut werden und bedeuten damit weniger Einnahmemöglichkeiten für Mitarbeiter des Baugewerbes – die dementsprechend weniger davon profitieren als von klassischen Lösungen.

Sowohl komplexe Bauten als auch große Projekte sind anfällig für Fehler. Bei traditionellen Bauten können Lösungen auch ad-hoc gefunden werden, weil Raum und Zeit dafür da ist. Fertigbauten erlauben hingegen keine Fehler und verlangen Genauigkeit: Die einzelnen Komponenten müssen hierbei genau zusammenpassen. Fehler im Design oder der Herstellung zeigen sich erst auf der Baustelle und verlangsamen die für Fertighäuser typische Schnellkonstruktion bis ein neues Modul hergestellt worden ist.

Auch Vorschriften sind ein wichtiger Punkt. Noch haben nicht alle Bereiche Baunormen dahingehend angepasst, dass auch Fertigbauten berücksichtigt werden. Es ist wichtig, diesen Anforderungen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, damit eine Bauinspektion erfolgreich verläuft.

Wie Ihnen unsere CAD/CAE-Software bei Fertigbauten behilflich sein kann

Entwickler und die Bauindustrie wollen sich gern für die Zukunft vorbereiten und die Vorteile von Fertigbauten ausnutzen. Dabei kann eine spezielle Software wie Plancal nova helfen, um früh Fehler zu vermeiden und Erfolge zu garantieren.

Wenn eine 3D CAD/CAE-Software wie beispielsweise Plancal nova verwendet wird, um zu Beginn des Bauprojekts ein exaktes Modell des Vorhabens zu konstruieren, kann noch vor Baubeginn durch Bauunternehmer, Designer und Entwickler sichergestellt werden, dass das Design allen - sowohl ästhetischen und funktionalen, als auch strukturellen und gebäudetechnischen – Anforderungen gerecht wird. So wird auch gewährleistet, dass die Teile zueinander passen, bevor sie hergestellt werden. Im Ergebnis spart diese Vorgehensweise viel Zeit und Geld und verhindert unangenehme Fehler, die das Projekt zum Scheitern bringen könnten.

Stellen Sie sich zum Beispiel ein vorgefertigtes Badezimmer oder eine Küche mit Leitungen, Rohren und Belüftungsschächten vor, welche vorab feststehen und in dem Modul eingebaut werden müssen. Schließlich müssen sie das Ziel intakt erreichen und dann zusammengebaut werden, sodass sie genau zueinander passen. Wenn die Pläne zu den vorgefertigten Elementen nicht akribisch gezeichnet und die einzelnen Teile nicht exakt zusammenpassen, muss die gesamte Einheit neu gebaut oder vor Ort repariert werden. Mit den richtigen Programmen kann das Modul aber schon vor Baubeginn vollständig zusammengestellt und somit ohne Probleme auch zusammengesetzt werden. Dazu muss aber etwas Geld in die Entdeckung von möglichen Fehlern gesteckt wurden.

Ein weiterer Vorteil von Softwarelösungen wie Plancal nova ist unter anderem die Kompatibilität mit Vorschriften und Bauordnungen, sodass alle, die am Projekt beteiligt sind, erfolgreich zusammenarbeiten können. Die richtigen Hilfsmittel zu verwenden, bedeutet, dass die zukunftsfähigen Fertigbaukomponenten und -strukturen in Übereinstimmung mit BIM-Richtlinien erstellt werden.

Fertigbauten bieten ein enormes Potenzial für kosten- und zeiteffiziente Bauten mit einem Blick auf Umweltfreundlichkeit – die erfolgreichsten Vertreter nutzen darum auch entsprechend zukunftsorientierte Hilfsmittel und Ansätze.